Bleiernd liegt in den 1950er und 60er Jahren ein Grauschleier über der Gesellschaft in der bigotten Adenauer-Ära. Noch ist die antiautoritäre Sozialrevolte der 68er-Bewegung nicht losgetreten, doch stellen sich vor allem Teile der Jugend immer öfters quer.

Als am Abend des 21. Juni 1962 gegen fünf Straßenmusiker auf der Schwabinger Leopoldstraße ein Polizeieinsatz ausgelöst wird, läuft das Fass in der bayerischen Landeshauptstadt über. An fünf Nächten hintereinander liefern sich mehrere tausend Demonstrierende mit der Polizei einen Kampf um die Oberhoheit im Münchner Stadtteil Schwabing. Zentrum der militanten Kämpfe bildet dabei die Gegend um die Universität (LMU), wobei insgesamt bis zu 40 000 Protestierende an den nächtelangen Krawallen teilnehmen. Die zum Teil berittene Polizei agiert mit einer offen zur Schau gestellten Brutalität.

 

Von April bis Juni führt die FAU München drei Veranstaltungen an jeweils wechselnden Orten durch. Dabei bildet der Kampf gegen die Lohnarbeit so etwas wie den Themenschwerpunkt der Vortragsreihe. Damit wollen wir verdeutlichen, dass die Basisgewerkschaft FAU die einzige Gewerkschaft in Deutschland ist, die konsequent antikapitalistisch ausgerichtet ist.

Den Auftakt des Veranstaltungsprogramms macht eine Buchvorstellung mit Diskussion am 12. April im KulturLaden Westend, bei der die Studie "Gegen die Arbeit" des US-amerikanischen Historikers Michael Seidman vorgestellt wird. Darin geht der Autor anhand der Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris 1936-38 unter anderem den Fragen nach, ob die ArbeiterInnen die Arbeit lieben und was von einem produktivitätsorienterten Fortschritt zu halten ist.

Die Veranstaltungsreihe wird am 4. Mai im EineWeltHaus durch einen Vortrag zur Leiharbeit fortgesetzt. Dabei wird auch der offensichtliche Zusammenhang zwischen der aktuellen Wirtschaftskrise und der ständigen Ausweitung der Leiharbeitsverhältnisse zur Sprache kommen. Der basisgewerkschaftliche Widerstand gegen diese Art prekärer Beschäftigung mündet für uns unmissverständlich in der Forderung nach der völligen Abschaffung der Leiharbeit.

Den Abschluss unserer Veranstaltungsreihe bildet schließlich die Veranstaltung zum Operaismus bzw. der Arbeiterautonomie am 13. Juni im Kafe Marat. Dabei sollen das Konzept und die Analysemethode des operaistischen Ansatzes vorgestellt werden. Stichpunkte hierfür wären unter anderem die Selbstorganisierung der Kämpfe oder auch die Formulierung emanzipatorischer Vorstellungen einer selbstbestimmten (autonomen) gesellschaftlichen Entwicklung.

Die genauen Daten und Uhrzeiten sind auf dieser Webseite unter "Termine" zu erfahren.

Alle Interessierten sind herzlich zu diesen Veranstaltungen der Basisgewerkschaft FAU eingeladen. Der Eintritt ist frei.

SZ entzieht 53 ZeitungsausträgerInnen den Zustellauftrag

 

Das größte deutsche Nachrichtenblatt, die "Süddeutsche Zeitung" (SZ), rühmt sich gerne wegen ihres ach so seriösen Auftretens. Angeblicher Qualitätstjournalismus und sogenannte ernsthafte Berichterstattung schließt jedoch knallharte kapitalistische Verwertungslogik mit ein.

 

Wie jetzt bekannt geworden ist, hat die SZ den bisherigen Zustellauftrag an die ZeitungszustellerInnen der ZVZ Zentrum GmbH in München entzogen. Somit würden auf einen Schlag 53 KollegInnen, die zum Teil schon über 20 Jahre Zeitungen austragen, arbeitslos oder müssten um eine Neueinstellung unter noch schlechteren Arbeitsbedingungen und Löhnen als bisher betteln.

 

Wer die Arbeitsrealität von ZeitungsausträgerInnen kennt, weiss um das schon jetzt absolut niedrige Lohnniveau und die nächtlichen Arbeitszeiten dieser KollegInnen. Jetzt soll also die "noble" bzw. "seriöse" SZ von noch billigeren SklavInnen zugestellt werden!

Libertäre Basisgewerkschaften und linke Gruppen rufen zu europaweitem Aktionstag am 31. März auf

Auf einem internationalen Treffen linker Gruppen und Basisgewerkschaften aus Griechenland, Deutschland, Spanien, Polen und Österreich Anfang Dezember in Frankfurt a. M. Wurde beschlossen: Für den 31. März wird unter dem Motto "M31 – European Day of Action against Capitalism" zu einem europaweiten Aktionstag gegen die autoritäre Krisenpolitik der Troika aus EU-Kommision, IWF und EZB aufgerufen.

Die antikapitalistischen Organisationen wollen damit ein deutliches Zeichen gegen den maßgeblich von Deutschland betriebenen Versuch unternehmen, die Wettbewerbsfähigkeit Europas auf dem kapitalistischen Weltmarkt auf dem Rücken von Lohnabhängigen und MigrantInnen zu sanieren. Mit dem international koordinierten Protest soll auch ein Zeichen gegen die nationalistische Stimmungsmache gegen die Lohnabhängigen in den südeuropäischen Ländern und die militärische Abschottung der EU-Außengrenzen gesetzt werden. Dagegen setzen die Organisatorinnen und Organisatoren die Perspektive einer grenzübergreifenden Selbsorganisation der von der Sparpolitik und kapitalistischen Ausbeutung betroffenen Menschen.

Insgesamt soll der Aktionstag im Frühjahr den Auftakt für eine weitergehende, europaweite Kooperation linker Gruppen und Basisgewerkschaften mit massiven Protesten im ganzen Jahr 2012 darstellen. Insofern stellt der Aufruf zum Aktionstag auch eine explizite Aufforderung zur Beteiligung an weitere antiautoritäre Gewerkschaften, Gruppen und Organisationen dar. In ganz Europa werden verschiedene Aktionen stattfinden.

In Deutschland soll eine zentrale Aktion am 31. März 2012 in Frankfurt a. M. Stattfinden, in deren Rahmen auch die Baustelle der neue "Europäischen Zentralbank" besucht werden soll.

Weitere Informationen gibt es in den nächsten zwei Monaten in verschiedenen Sprachen unter www.march31.net

Quelle: Pressemitteilung der FAU Frankfurt/M

 

 

„Dumpinglohn und Zwangsarbeit – dafür haben wir keine Zeit!“

Unter diesem Motto kämpft die Basisgewerkschaft FAU weiterhin bundesweit gegen die Leiharbeit und Hartz IV. Die unsicheren Arbeitsverhältnisse in der Leiharbeit, bei denen die Löhne der ausgeliehenen Beschäftigten durchschnittlich um 30 bis 50 Prozent geringer sind als die der festangestellten KollegInnen, stempeln die LeiharbeiterInnen zu Beschäftigten 2. Klasse ab. Trotzdem boomt die Menschenhändler-Branche und schon bald werden mehr als eine Million LeiharbeiterInnen ihrer prekären Arbeit nachgehen.

Durch die aktuelle Krise verschärft sich noch der Zwang auf die Menschen, Leiharbeit mit schlechten Arbeitsbedingungen und erbärmlichen Löhnen anzunehmen. An diesem Sklavensystem und den gezahlten Niedriglöhnen profitieren gleich zwei Unternehmen: Die Leihbude und die Entleihfirma. Da macht für die herrschende Klasse der Kapitalismus so richtig Spaß!

Den DGB-Gewerkschaften fällt gegen die zeitlich begrenzten Arbeitsverhältnisse nur die Forderung nach einem Mindestlohn für die Leiharbeitsbranche ein. Dieser liegt jedoch immer weit unter den Löhnen und Arbeitsbedingungen in den Entleihfirmen und ist damit das Gegenteil von gleicher Lohn für gleiche Arbeit.

Wir von der FAU bleiben dagegen bei unseren grundsätzlichen Forderungen:

  • Equal pay statt Mindestlohn;

  • Abschaffung der Leiharbeit;

  • Übernahme aller LeiharbeiterInnen in die Entleihbetriebe;

  • Vollständige Nachzahlung der Lohnanteile entsprechend dem Grundsatz gleicher Lohn für gleiche Arbeit;

Damit ist die FAU weiterhin die einzige Gewerkschaft in Deutschland, die die völlige Abschaffung der Leiharbeit fordert und die Arbeiterkämpfe gegen Leiharbeitsfirmen durchgeführt und unterstützt hat. Wer Kontakt zur FAU-Kampagne gegen die Leiharbeit aufnehmen will, kann eine e-mail an folgende Adresse schicken: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Das bayerische Innenministerium startet Internetseite und erwähnt darin auch die Basisgewerkschaft FAU.

Wenn lohnabhängige ArbeiterInnen gegen soziale Ungleichheit und gegen die Zerstörung von Mensch und Natur durch die kapitalistische Produktionsweise aktiv kämpfen, soll es sich dabei also nach dem Willen des bayerischen Innenministerium um ein linksextremistisches Unterfangen handeln. Dies legt zumindest die Internetseite "Bayern gegen Linksextremismus" nahe, die soeben von der Innenbehörde offiziell gestartet wurde. Zunächst fällt dabei unangenehm auf, dass die Plattform von der Struktur her genau so aufgebaut ist wie die vor zwei Jahren gestartete Website "Bayern gegen Rechtsextremismus", was einer - für die CSU bezeichnende - Verharmlosung faschistischer Bewegungen darstellt.