faumbanner2

Besuch der Münchner Gorillas Warehouses

Zum bundesweiten Aktionstag »Freitag, der 13.« (August) besuchten Aktive der FAU München vier von acht Gorillas-Warenlager in München. Seit Mitte Juni 2021 machen Rider des Lieferdienstes Gorillas in Berlin mit spontanen Streiks und Belagerungen einzelner Warenlager von sich reden. Zusammengeschlossen im Gorillas Workers Collective kämpfen sie gegen Kettenbefristungen, Kündigungen in der Probezeit, Zeitdruck, mangelnde Ausrüstung sowie eklatante hygienische Mängel in den Warenlagern.

Gorillas wirbt damit, Waren aus dem Supermarkt innerhalb von 10 Minuten nach Hause zu liefern. Das Unternehmen hat bereits ein Jahr nach Gründung einen Marktwert von 1 Mrd. US-Dollar überschritten. Wie in so vielen Start-up Unternehmen geht dieser Boom zu Lasten der dort Arbeitenden, die nur knapp über dem Mindestlohn bezahlt werden. Die Zahl der Beschäftigten dürfte in München bei mehreren Hundert liegen, da in den einzelnen Warenlagern an einem Tag etwa 60 Leute arbeiten.

Ein Vorteil für die Organisierung der Rider liegt zweifelsohne an der Tatsache, dass sie ständig die jeweiligen Warenlager anfahren und sich dort austauschen können. Bei der Aktion am 13. August 2021 in München konnte einerseits mittels Schilder und Flyer Öffentlichkeit hergestellt und andererseits mit vielen Riders längere Gespräche geführt werden. Dabei schilderten sie ihre Arbeitsbedingungen. Die meisten Münchner Rider wissen von den Auseinandersetzungen in Berlin. Hier wie dort ist der Lohn gering und die Arbeit hart. Hygienische Mängel wie in den Berliner Warenlager wurden in München nicht beklagt. Auf die Frage, was sie denn am nötigsten bräuchten, kam ganz klar als Antwort: wetterfeste Kleidung für die Riders sowie Sicherheitsschuhe für die Pickers. Auch würden die (breiten) Reifen der von Gorillas gestellten Fahrräder bei nasser Fahrbahn schnell ins Rutschen geraten. Für die Behebung dieser Mängel sehen wir gemäß BGB § 618 und ArbSchG § 2, 3,4 ganz eindeutig den Arbeitgeber in der Pflicht. Außerdem betrifft das auch den Einsatz der persönlichen Smartphones für den Dienst, die zudem immer wieder während der Fahrt herunter fallen und kaputt gehen.

Obwohl viele Rider angaben, bei anderen Lieferdiensten wie Lieferando oder Dominos noch schlechtere Arbeitsbedingungen vorzufinden, bleibt der Fakt, dass auch bei Gorillas rechtliche Standards nicht eingehalten werden. Daher wurde das Angebot einer gewerkschaftlichen Beratung erfreut aufgenommen, zumal die Rider mit dem deutschen Arbeitsrecht nicht vertraut sind. Das Beispiel aus Berlin zeigt, dass es möglich ist dagegen vorzugehen – sie organisieren sich in weniger als 10 Minuten.

Gewerkschaftliche Beratung der FAU München unter: 0177 5937805

 

GorillasWorkers auf Twitter

 

#Freitag13 bundesweit Bundesweite Aktionen am #Freitag13