Neustart für eine basisdemokratische Gewerkschaft!

 

Warum wird die Lage von uns Arbeitenden immer schwieriger und prekärer, ohne nennenswerte Gegenwehr unsererseits? Warum gibt es bei Fragen der unbezahlten Haus- und Betreuungsarbeit keine konsequenten Schritte nach vorne? Warum hat die gesamte Gewerkschaftsbewegung kaum angemessene Antworten für eine sich rasant ändernde Arbeitswelt? Warum können wir die Unzumutbarkeiten des Arbeitsalltags nicht in erfolgreiche Kämpfe ummünzen? Und was haben wir als Gewerkschaft mit alldem zu tun?

Wir, die Freie ArbeiterInnen Union München, haben lange versucht, einen Gewerkschaftsaufbau voranzutreiben, eine klassenpolitische Verankerung bei den KollegInnen im Betrieb zu erreichen. Gelungen ist uns das nicht. Strukturelle Schwächen, strategische Planlosigkeit, inhaltliche Beliebigkeit. Die Fehler müssen wir bei uns selbst suchen, und genau das werden wir tun. Alles kommt auf den Prüfstand, das Fundament wird neu gegossen, jeder Stein neu gesetzt. Dafür brauchen wir Zeit.
  

Wir stellen ab sofort all unsere äußerlich wahrnehmbaren Aktivitäten ein, um uns voll auf einen Neustart konzentrieren zu können.

Freie ArbeiterInnen Union München, 10.04.2019

Am 3. Oktober führten Mitglieder der FAU-Syndikate in Düsseldorf, München, Stuttgart und Marburg Solidaritäts-Kundgebungen vor spanischen Konsulaten anlässlich des Generalstreiks in Katalonien durch. Sie verteilten Flugblätter, um Passant*innen über die Hintergründe des Generalstreiks zu informieren, zu dem unter anderem die Schwestergewerkschaft der FAU, die CNT, aufgerufen hatte. In Düsseldorf fanden sich am frühen Nachmittag etwa 70 Menschen vor dem Konsulat ein, die spontan Reden auf Spanisch und Deutsch hielten und Schilder und Transparente mitgebracht hatten.

Auf diese Weise drückten die Protestierenden nicht nur ihre Wut über die spanische Zentralregierung aus, die das katalanische Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober mit massiver Repression verhindert hatte. Dem Aufruf der CNT, der CGT und weiteren spanischen Basisgewerkschaften und libertären Organisationen folgend, betonten die Gewerkschafter*innen, dass eine gerechte und freie Gesellschaft weder durch die zentralspanische noch durch eine unabhängige katalanische Regierung verwirklicht werden wird. Stattdessen zeige die CNT, dass sie weiterhin für die Interessen der Lohnabhängigen kämpfe – ganz egal in welchem Staat.

 

Klassenkampf statt Nationalismus!

In Katalonien beteiligten sich Zehntausende am Generalstreik. Zahllose Straßen wurden blockiert, während auch der Betrieb in den Häfen fast komplett stillstand. In Barcelona fuhren bis zum späten Nachmittag keine Bahnen und Busse mehr. Dort hatten sich bereits am Vormittag tausende Demonstrierende vor dem Sitz der rechtskonservativen Partido Popular (PP) versammelt, um den Abzug der aus Madrid entsandten Nationalpolizei (Guardia Civil) zu fordern. Auf einem Transparent der CNT hieß es: „PP – Feinde der Arbeiter*innen, verantwortlich für die Arbeitsmarktreform und die Militarisierung der Stadt!“ Nach massiven Protesten quartierten zahlreiche Hotels die dort untergebrachte Guardia Civil aus. Die Hauptdemonstrationen des Generalstreik-Bündnisses fanden in allen Teilen Kataloniens am Abend statt. Arbeiter*innen aus unzähligen Branchen skandierten dabei „Die Straße gehört uns!“
Als FAU stehen wir an der Seite unserer Genoss*innen der CNT und aller Streikenden in Katalonien und rufen zur internationalen Solidarität auf. Für uns ist entscheidend, dass das Streikbündnis die soziale Frage im Unabhängigkeitskampf stellt: Klassenkampf statt Nationalismus!