Themenseite zum Arbeitskonflikt
Studentische Beschäftigte wehren sich gegen vorenthaltene Arbeitsrechte und schlechte Bezahlung. Dafür setzt Walther König die Beschäftigten mitten in der Pandemie vor die Tür.
Krankheit, Quarantäne, Entlassung.
Hier hat die FAU Jena eine Übersicht über deine Arbeitsrechte in der Corona-Pandemie zusammengestellt
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Rechtliche Schritte werden eingeleitet - Proteste vor den Münchner Museen werden fortgesetzt

Der Arbeitskonflikt zwischen der Buchhandlung Walther König und den studentischen Beschäftigten besteht unverändert. Seit dem 8. Februar 2021 fordern die Werkstudierenden gemeinsam mit der Basisgewerkschaft FAU die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, den Anspruch auf bezahlten Urlaub sowie den Erlass von sich während der Pandemie unrechtmäßig aufgebauten Minusstunden, die es für alle Beschäftigten gilt abzuarbeiten-und zwar umsonst. Der Arbeitgeber reagiert weiterhin nicht auf die Verhandlungsaufforderung der Gewerkschaft - trotz vermehrtem Druck aus der Öffentlichkeit und der Kunstwelt. Bisher einzige Reaktion gegenüber den Beschäftigten: die Auszahlung der Februargehälter wurde verweigert, nach einer Zahlungsaufforderung der Gewerkschaft hagelte es Kündigungen für die wehrhafte Belegschaft. Nun stehen die Läden fast ohne Personal da.
Mit Protest- und Flugblattaktionen vor den drei großen Museen Lenbachhaus, Brandhorst und dem Haus der Kunst, in denen sich jeweils Walther König eingemietet hat, machen die Beschäftigten seit dem 10. März 2021 auf ihre Situation aufmerksam.

Eine studentische Mitarbeiterin erzählt: „Die Aktion vor dem Museum hat gezeigt, dass wir in diesem Fall nicht auf taube Ohren stoßen, die Angesprochenen waren zumeist fassungslos über das Verhalten der Buchhandlungskette. Wir bekommen auch sehr viele Reaktionen von Beschäftigten aus anderen Städten, die die gleichen Zustände erleben und uns in unserem Anliegen unterstützen. Dass Walther König gar nicht auf uns eingeht und wir nun ohne Job dastehen ist vollkommen inakzeptabel.“

Gegenüber der Presse sowie gegenüber dem Lenbachhaus streitet Walther König die erhobenen Vorwürfe ab und behauptet, von rechtlichen Verstößen nichts zu wissen.
Ein Beschäftigter erwidert: “Wie kann es sein, dass Walther König meint, nichts von den Zuständen im eigenen Unternehmen zu wissen? Und wie kann man behaupten, der Urlaub sei mit dem Gehalt abgegolten, wenn dieses nur knapp über dem Mindestlohn liegt? Die Stellungnahmen seitens der Buchhandlung Walther König zeigt ihre tiefliegende Ignoranz für die Arbeitsverhältnisse ihrer Mitarbeitenden.“
Die Gewerkschaft FAU zieht nun mit den Beschäftigten vor Gericht, um den Beteiligten in folgenden Punkten zu ihrem Recht zu verhelfen:

  • Die fragwürdigen Kündigungen,
  • die Vorenthaltung jeglicher Urlaubsansprüche,
  • der unrechtmäßige Aufbau von Minusstunden während der behördlichen Schließungen,
  • die im Februar nicht ausgezahlten Gehälter.

„Das Einleiten von rechtlichen Schritten ist für uns jetzt die nächste logische Konsequenz, da auf uns sonst nicht eingegangen wird. Dabei sind die Dinge die wir fordern lediglich das, was allen Arbeitnehmern zusteht. Wir möchten eine Abschaffung dieser Missstände erreichen – und zwar in bundesweit allen Filialen“ erläutert eine Studentin das weitere Vorgehen.

Der juristische Weg wird zusätzlich von weiteren gewerkschaftlichen Aktionen begleitet. So finden regelmäßig Flugblattaktionen vor allen Münchner Standorten statt. Am 23. März 2021 werden die Beschäftigten ab 15.30 Uhr zudem eine Kundgebung vor dem Lenbachhaus abhalten.